"Kane & Lynch" EIDOS Rip Off

Grauenvoll! Das ist das einzige Adjektiv das ich diesem Spiel zugestehe, aber dieses auch nur auszusprechen wäre reine Verschwendung von wertvollem Oxygenium. Das ich nun eine ganze Rezension über diesen Pixelbrei schreibe hat wohl eher damit zu tun das ich meiner Wut freien Lauf lassen muss, die sich während dem Spielen angesammelt hat.
Das die dänische Spielschmiede IO Interaktive durchaus etwas draufhat(te), bewies sie schon vor etlichen Jahren – genau gesagt 2000. Richtig bekannt wurden sie ja eher durch die Hitman Sequels – welche durch die kürzliche Verfilmung (eines von vielen unnötigen Phänomenen diese Jahrzehnts, über das wir in den 20er und 30er Jahren vermutlich noch mehr lachen werden als über die Jogging High Schuhe der 1980er Jahre) ihren fragwürdigen Höhepunkt erreicht haben.
Das der erste Hitman Teil im Grunde der beste war, ist nicht jedem bekannt. Technisch seiner Zeit voraus (die Ragdoll Physik ist in Wahrheit den meisten heutigen Spielen noch immer überlegen!), hatte das Spiel ein paar Argumente, warum es in die Hall of Fame der Computerspiele gehört – im Gegensatz zu den Nachfolgern. Diese waren nämlich mehr oder weniger frei von Innovationen.
Kane & Lanch hätten wohl die nächsten Protagonisten werden sollen die eines Tage auf der Kinoleinwand zu sehen sind – die Rechte wurden immerhin schon verkauft. Dabei wird es wohl nicht lange dauern, und sie werden sogar von den PC und Konsolenbildschirmen zur Gänze verschwinden. Der Grund dafür ist einfach. Es ist ein lieblos programmiertes Spiel! Die miesen Texturen sind ein gutes Beispiel wie massiv Kosten eingespart wurden, nur um schnell mal einen Titel vor Weihnachten auf den Markt zu werfen. Leider hatten diese Idee viele andere Produzenten, wann zuvor kamen so viele vielversprechende Titel auf einmal auf den Markt? Kein Wunder, das so manche als Megahit angekündigte Titel nun im Doppelpack zu kaufen sind. „Crysis“ und „Hellgate London“ blieben beide unter den Erwartungen. Nun beide zum Preis von einem haben zu können, ist für Wahr ein Angebot dem zu Widerstehen nur wenige Gamer im Stande sein werden. Das ein Spiel aber nach wie vor um 50 € verkauft wird, in welchem Radkappen wie riesige Käselaibe aussehen, ist ein Umstand der mir zu denken gibt. Entweder sind viele Spieler so dumm und kaufen bevor sie sich genügend informieren, oder aber die Marketing Leute von EIDOS haben ganze Arbeit geleistet. Und das haben sie auch! Jeff Gerstmann – ein langjähriger Spielkritiker eines Internetportals – wagte es zu Kane & Lynch eine (schlechte) Rezension zu veröffentlichen, und sah sich kurz danach vor die Tür gesetzt. Das Spiel wurde davor auf selbigem Portal massiv beworben…
Für uns Endverbraucher ist es schwer einzuschätzen was hinter den Kulissen dieses Multi Milliarden $ Business passiert, und in den USA wird ein ehemaliger Mitarbeiter sich hüten auszupacken. Wenn schon Privatpersonen in Amerika „Verklagen“ zum Volkssport gemacht haben, kann man sich ausmalen was große Konzerne mit unliebsamen Abtrünnigen tun. Tatsache ist das Kane & Lynch ein miserables Spiel ist. Ob IO Interaktive unter Druck gesetzt wurden den Titel schnell fertig zustellen, oder ob ihnen selber die Schuld zu geben ist, sei dahingestellt. Aber das man 50 € für ein Game zahlt, und dann eine Grafik vorgesetzt bekommt die einen ins letzte Jahrtausend zurückversetzt, ist gewagt. Selbst das Ausreizen aller Effekte – von Detailstufe über Kantenglättung bis anisotropischer Filterung – die Grafik bleibt bei „Kane & Lynch“ mehr oder weniger gleich schlecht. Wer glaubt das er beim Gegenteil, also dem Reduzieren der Grafik, mit einer höheren Framerate belohnt wird, irrt. Auch wenn man auf gute Grafik (sofern man davon überhaupt reden kann) verzichtet, man braucht nach wie vor ein verhältnismäßig starken Rechner. Als Beispiel: ein Rechner der mit Call of Duty 4 bei mittleren Details und ein paar Effekten eine gut spielbare Framerate erreicht hat, wird bei Kane & Lynch selbst bei voll reduzierter Grafik teils schwer ins Ruckeln kommen. Bei der Produktion wird wohl kaum jemand ein Burn Out Syndrom erlitten haben…
Im Übrigen möchte ich erwähnen warum ich mir das Spiel überhaupt gekauft habe: Zum einen war ich ein Fan vom ersten Hitman Teil. Zum anderen ein Fan von Michael Mann Filmen. IO Interactive gaben offen zu, von Filmen wie „Heat“ oder „Collateral“ inspiriert worden zu sein, und die Combination aus beidem klang vielversprechend. Die Umsetzung allerdings ist in meinem Augen schlichtweg eine Katastrophe…

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