Ankunft in Bangkok, Thailand - Nachtleben & Katoys (Ladyboy)

Schöne Grüße aus Bangkok – von den Thais wird diese Stadt “Krung Thep” genannt. Doch auch das ist nur eine Übersetzung für den Namen den sie vom König im Jahr 1782 erhielt. Dieser lautet in der Übersetzung “Erhabene Hauptstadt wie im himmlischen Königreich, wo der Jadebuddha beheimatet ist, uneinnehmbar, glorreicher, unsterblicher Ort, überaus mächtig, altehrwürdig, neunfach mit heiligen Juwelen geschmückte himmlische Stadt mit zahllosen Palästen, der Platz, an dem Könige residieren, auf Befehl des großen Indra errichtet von Vishnu.” und dies ist, laut Guinness Buch der Rekorde, der längste Ortsname der Welt. Erst vor 220 Jahren gegründet, ist sie Heimat von 6 Millionen Menschen, das Ballungsgebiet umfasst sogar 9 Millionen – es ist anzunehmen das die Dunkelziffer viel höher ist.

Ich bin hier bei meiner Schwester zu Gast, und bin darüber sehr froh. In solch einer Stadt ist es sehr praktisch jemanden zu kennen. Ein Unwissender würde schon am Flughafen auf die illegalen Taxifahrer reinfallen, die mit gefälschten Ausweisen auf der Brust sehr offiziell aussehen.

Als ich ankomme, beschließt meine Schwester mir sofort die Stadt zu zeigen. Und zwar die ganze – auf einen Blick! Das Banyan Resort Hotel macht es möglich – die Hoteleigene Bar ist auf dem Dach in etwa 250 Meter Höhe. Von einem der höchsten Häuser Bangkoks würde man vermuten die ganze Stadt sehen zu können, doch der Smog verhindert dies. Außerdem ist die Stadt so groß das man schwer bis an ihren Rand sehen kann. Dafür wird man mit absolut kitschigen Sonnenuntergängen entschädigt – während auf der einen Seite das Sonnenlicht den Smog Blutrot färbt, geht auf der anderen Seite ein leuchtender Vollmond auf, und verleiht der pulsierenden Stadt noch mehr Licht als ohnehin schon produziert. Einen Cocktail und zwei Bier später gewinnt die Müdigkeit des Jet Lag Oberhand, und ich falle in einen Tiefschlaf – zum Glück nachdem ich mich ins Bett gelegt habe.
Am nächsten Tag gehen wir erstmal shoppen – ich bleibe nur ein paar Tage hier, und Bangkok ist vermutlich eine der besten Städte der Welt für dieses Hobby. Vor allem aber sind die Einkaufszentren alle klimatisiert – was zu dieser Jahreszeit in der es so gut wie gar nicht regnet, ein wahrer Segen ist. Noch dazu sind alle Häuser unter und oberirdisch miteinander verbunden, man kann Stundenlang herumgehen ohne das Tageslicht zu sehen. Am Ende des Tages habe ich mir ein paar Schuhe, ein T-Shirt und eine Hose gekauft – und dafür €22 ausgegeben. Und das obwohl ich nur beim T-Shirt gehandelt habe! Shoppen macht hungrig, ich esse gleich 2 grüne Thai Currys in 3 Stunden.. Das zweite verschlinge ich im Hotel Oriental, laut Reiseführer einen der besten Hotels weltweit. Trotzdem kostet das Essen weniger als in einem guten Wirtshaus in Wien. Und nachdem Essen bekanntlich müde macht, beschließen wir uns auf 2 Stunden hinzulegen. Und zwar im Kino. Für 500 Bhat (10€), kann man sich eine Vorführung in einem Kino anschauen, das in Wien eine echte Marktlücke schließen würde. Kino De Luxe! Man sitzt auf etwa ein Meter breiten Sofas aus echtem Leder, und kann dieses mit einer Fernbedienung zu einem Bett ausfahren. Trotzdem hat man dabei immer optimale Sicht auf die riesengroße Leinwand. Die Getränke die man zuvor an der Kassa reserviert hat, werden einem auf einen Tisch neben dem Sofa gebracht, und dazu bekommt man noch einen Polster, eine Decke und ein paar Socken (!) – so wird einem im gut klimatisierten Raum sicher nicht kalt. Kurz vor dem Hauptfilm spielt es die Thailändische Nationalhymne – zu der natürlich alle aufstehen. Am Abend beschließe ich mit ein wenig das Nachtleben anzuschauen. Ich spaziere eine Straße entlang und höre Musik mit meinem MP3 Player. Nach einiger Zeit komme ich in eine Gegend mit vielen Lokalen. Aus jedem Lokal kommen Thai Mädchen raus gelaufen, lächeln mich mit einem breiten Grinsen an, und deuten mir ins Lokal zu kommen. Ich lächle zurück und deute auf meine Kopfhörer – und tu so als würde ich nicht verstehen was sie wollen. In einem etwas größeren Lokal auf einer sehr belebten Straße beschließe ich ein paar Corona zu trinken, in der Hoffung unter den vielen Leuten ein wenig untertauchen zu können. In dem Lokal sind fast alle Männer non-asian, und alle Frauen Thais. Die einzigen männlichen Thais sind Transvestiten. Da die meisten Männer keine Schönheiten sind (sie sehen aus wie englische Kriegsveteranen: dick, mit tätowierten Unterarmen und schlechten Manieren), falle ich in dem Lokal ohne Bierbauch etwas auf. Jedes mal wenn ich mich umdrehe, sehe ich 2 Thai Mädels die hinter vorgehaltener Hand tuscheln und mich anlachen. Nach ein paar Minuten kommt schon die erste zu mir und will ein Gespräch anfangen, ich erkläre dass ich gerade angekommen bin und eigentlich sehr müde bin. Sie merkt dass ich nicht wirklich mit ihr reden will, entschuldigt sich höflich und geht wieder weg. Leider kommen danach noch ungefähr 5 weitere, und irgendwann ist es mir zu blöd und ich biete einer von ihnen einen Barhocker neben mir an und sage ihr sie soll sich etwas bestellen. Sie ist zwar von allen die mich angesprochen haben am wenigsten attraktiv, hat dafür das netteste Lächeln. Sie versucht ein Gespräch anzufangen, aber ich habe nicht wirklich Lust zu reden. Dann komme ich auf eine Idee, und bitte sie mir zu zeigen welche “Frauen” Lady Boys sind. Das amüsiert sie sehr, und sie erklärt mir ein wenig darüber. Anders als viele von uns glauben, kann man den Unterschied sehr wohl erkennen. Sie zum Bespiel, erkennt auf 20 Meter schon ob es eine echte Frau ist, oder nicht. Man erkennt es am Gang, am Hintern und daran das sie große Brüste haben (na klar: wenn schon – denn schon!). Sie zeigt mir draußen auf der Strasse zwei sehr gute Exemplare, und ich weiß sofort was sie meint: Mehr geschminkt als alle anderen, der Versuch noch weiblicher zu gehen als die Frauen und irgendwie lauter, bunter und schriller. Man merkt aber doch das es Männer sind (waren). Auch wenn mir meine “Reiseführerin” erklärt das die Operationen so gut sind, das die Ergebnisse mit Hilfe von Hormonbehandlungen soweit gehen, das man auf keinen Fall mehr von einem Mann reden kann. Kathoeys – meist ladyboys genannt – werden deshalb gerne als das “dritte Geschlecht” bezeichnet.

  1. na hallo, schöne berichte.erinnern mich sehr an unsere ausflüge, als wir noch kinderlos waren. nun dauert es etwas, bis wir wieder auf tour gehen können. viel spaß weiterhin beim weltenbummeln. gruß aus deutschland/sachsen


    biba    Mär 23, 19:48    #
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