Roadtrains and other imminent dangers...

Sonnige Grüsse aus Australien, dem Land das um einiges größer als Europa ist, aber dessen Bevölkerung weniger als ein Viertel Deutschlands ausmacht.

Auf vielfachen Wunsch berichte ich nun etwas ausführlicher, ich habe auch ein paar neue Mails in den Verteiler gegeben, wer keine Mails will sollxs mir sagen (schreiben), aber wer hat schon was dagegen spannende Geschichten aus dem fernen Australien zu lesen…

Ein paar von euch haben sich Sorgen gemacht weil hier diese verheerenden Waldbrände sind, aber keine Sorge, es ist zwar bereits eine Fläche in der Grosse Englands abgefackelt, aber das ist mehr bei Sydney, ich bin ja in Melbourne. Allerdings fahre ich am bald nach Sydney, das Haus wo wir wohnen hat schon öfter gebrannt, aber die Leute sehen das hier eher gelassen. Einmal hat Justins Vater das Nachbarhaus vom Flammentod gerettet, der Dank dafür waren wüste Beschimpfungen, weil die Nachbarn sich schon auf das Geld von der Versicherung gefreut hatten. Vielleicht haben sie ja selber das Feuer gelegt. Die Leute kommen auf komische Ideen was Versicherungen betrifft, einer hat mal sein Auto in die Luft gesprengt, nachher sagt im sein Vater das das Auto nicht versichert war…

Vor kurzem habe ich einen so genannten Roadtrain gesehen, das sind Lkws die bis zu 50 Meter (das ist nicht übertrieben) lang sein können, und deren Zugmaschine etwa so viel PS hat wie das gesamte Startfeld bei einem Formel 1 Rennen (das ist etwas übertrieben). Sobald diese Vehikel mal in Bewegung sind, sind sie nicht leicht zu stoppen, und sie bremsen sowieso für niemanden, weil bis sie stehen würden, würde das Hindernis mit Sicherheit schon längst am Kühlergrill picken. Der Bremsweg ist etwa so lang wie der eines Blauwals in voller Fahrt. Wer nicht weiß wie lange ein Blauwal braucht um zum Stillstand zu kommen, es sind mehrere Kilometer. Wenn man im Outback einen Roadtrain begegnet, muss man von der Strasse fahren und rechts stehen bleiben, wenn man das nicht tut, zwingt man den Roadtrain etwas von der Strasse abzuweichen wenn die Strasse eng ist, und das würde einem durch umherfliegend Steine sämtliche Scheiben des Autos zerschlagen. Steht zumindest im Lonely Planet. Bevor die Trucks in eine Stadt fahren, müssen die Trucker die Tiere vom Grill kratzen – welcher übrigens wie ein Rammbock aussieht – und in speziellen Containern verbrennen. Bei den Tieren handelt es sich nicht um Insekten wie bei uns, sondern um grosse Säugetiere wie etwa Wallabies, Wombats und vermutlich waren auch schon mal Aboriginies dabei…
Vor ein paar Wochen hat ein Krokodil eine deutsche Touristin verspeist, sie waren in einem Gewässer schwimmen, obwohl überall Warnschilder wegen der hungrigen Kaltblütler waren. Aber die deutschen Touristen sind ja bekannt dafür. Wenn wir in Österreich Lawinenwarnschilder aufstellen, glauben die Deutschen ja auch das wir das nur aus Jux machen. Und dann wundern sie sich wenn sie beim Schifahren plötzlich so ein lautes, donnerndes Geräusch hören, das immer näher kommt…

Jedenfalls war das arme Mädel kein schöner Anblick, das Krokodil hat sie nämlich auf eine kleine Insel geschleppt, und von Zeit zu Zeit seinen Hunger gestillt, bis es schließlich von ein paar Jägern abgeknallt wurde. Ich glaube der Leichensack für die Deutsche war dann nicht mehr sehr schwer.
Hier hat endlich der Sommer eingesetzt, und auch wenn ihr mich dafür hassen werdet, oder glaubt ich wäre nicht ganz dicht (das glauben einige von euch sowieso), dann muss ich euch sagen das der Sommer sich ruhig ein wenig undramatischer über Melbourne hätte stürzen können. Ich habe nämlich einen ganz schönen Sonnenbrand (ja Alina, ich habe Sonnencreme verwendet, wie Du es mir befohlen hast), denn die Sonne hier ist nicht mit europäischer Sonne zu vergleichen. Ja, ja, ich bin mir schon im Klaren darüber das es sich eigentlich um dieselbe Sonne handelt (welche bei euch ja recht selten zu Gast ist, @ the Moment zumindest), aber das Problem ist das über Australien bekanntlicher weise ein Phänomen namens Ozonloch sein Unwesen treibt. Wobei man ja nicht von Unwesen sprechen kann, denn etwas was nicht vorhanden ist kann ja auch keinen Schaden anrichten. In diesem Fall ist das aber eine Ausnahme. Jedenfalls war ich gestern am Strand (ich sehe die neidigen unter euch schon Pläne schmieden wie sie mir einen unerfreulichen Empfang bescheren können wenn ich wieder in Wien bin – Steinigung, Spießroutenlauf, Kielholen könnten ein paar Tipps um euch das denken zu erleichtern), und habe meinen bleichen Körper etwas Farbe verpasst. Diese ist natürlich nicht braun, sonder rot. Heute hatte es 36 Grad. Ohne Worte :)

Hier noch ein paar sinnlose Fakten:

Es ist unmöglich seinen eigenen Ellbogen zu lecken.

Wenn Pinguine in die Luft schauen, verlieren sie das Gleichgewicht und fallen um. Hubschrauberpiloten haben von ganzen Legionen umkippender Pinguine berichtet, weil die wissen wollen von wo die Rotorgeräusche kommen.

Schweinen ist dieses Problem fremd. Sie können nämlich gar nicht in die Luft schauen

Über einen Beobachtungszeitraum von über 80 Jahren, wurde noch nie ein Strauss gesichtet, der seinen Kopf in den Sand steckte.

Ein 10 Jahre alter Kopfpolster besteht zu 50% Prozent aus Milben und deren Exkrementen. 50% von euch werden sich morgen einen neuen Polster kaufen. Und selbst bei diesen Polster werdet ihr früher oder später denken: “Verdammt, die erste Milbe hat in meinen Polster gekackt!”

90% von euch haben versucht ihren Ellbogen zu lecken.

So, nachdem ich mich jetzt auch noch über euch lustig gemacht habe, verabschiede ich mich wieder.

Viel Spaß (sofern man das bei dieser Kälte sagen kann), und schreibt mir auch ein paar Zeilen

Euer Philipp

PS: Ich habe hier ein Handy, ich glaube die Vorwahl ist 0061. Die Nummer ist: 0422479467. Wer mich echt anrufen will, über www.telediscount.at kostet das fast nichts, aber auch die normalen Telefongebühren sind nicht mehr so hoch wie früher. Und nicht vergessen, ich bin euch Zeitmäßig um genau 10 Stunden voraus!

  1. finde ich super deine nachrichten bin übrigens auch ein ösi,hoffe von dir etwas zu lesen auf meiner mail adresse. also hde


    — johann tanzer    Mai 5, 12:22   
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