Welcome to Australia
Hi Mates!
Schöne Grüsse aus Australien, der Heimat von Kangoroos, Wallabies, Platypusses (Schnabeltiere) – und dem 3hoechsten Pro Kopf Bierkonsum der Welt!
Der Bericht ist diesmal etwas zu ausführlich geworden (wahrscheinlich weil ich noch ein wenig Alkohol im Blut habe), das nächste Mal mach ich wieder Telegrammstil :)
1.) Autofahren spiegelverkehrt
Sicherlich meine größte Herausforderung auf meiner Reise, war das erste Mal Autofahren. Denn Linksverkehr bedeutet nicht nur, dass man auf der rechten Seite im Auto sitzt, sondern das man insbesondere nicht vergessen darf, das man auch immer auf der linken Seite der Strasse fahren muss. Also auch nach jeder Kreuzung, und wenn man völlig verwirrt ist, weil man beim linken den verdammten Scheibenwischer auf Hochtouren setzt (weil auch dieser auf der falschen Seite ist – Du hast mich ja gewarnt Olivier:), dann gerät man schnell in die Bredouille!
Sobald man aber auf dem Highway ist, und sich als Europäer über die lächerliche Geschwindigkeit wundert (ein deutscher Außenminister hat einmal zum Australischen Premierminister gemeint, bei Tempo 110 würden die deutschen Zeitung lesen), legt sich der Stress ein wenig. Und wenn man aus Melbourne rauskommt, sieht es aus wie in Texas. Für diesen Vergleich habe ich mich bei ein paar Einheimischen recht unbeliebt gemacht…
2.) Puffing Billy
Eine der Attraktionen die man von der City am schnellsten erreicht, ist ein Zug namens “Puffing Billy”, welcher durch einen Regenwald fährt (auch das gibt es in OZ). Ich habe lang gebraucht um ihn zu finden, da er nämlich in den Dandenongs ist (ein Bergkette, für uns Österreicher eher ein paar Hügel), welche aber ganz woanders sind als die Stadt Dandenong. Dieses Problem hat man hier leider öfter. Als ich einmal nach Hause fahren wollte, fuhr ich mit der Bahn nach Toorak – also dorthin wo ich wohne. Die Station ist – Gott weiß wieso – 10 Minuten von Toorak entfernt, mit dem Auto versteht sich. Zum Glück ist die Hilfsbereitschaft der Australier grenzenlos, eine Studentin die mich etwas verloren dastehen sah, packte mich gleich in ihr Auto und brachte mich vor die Haustuer. Schlussendlich habe ich Puffing Billy erreicht, um festzustellen das der letzte Zug vor 5 Minuten abgefahren ist, wie mir die nette Dame in der kleine Station mitteilte. Plötzlich sagte jemand hinter mir “Forget that f*ckin Train!”. Ich drehte mich um und sah einen 2 Meter großen Kerl mit nur noch einem einzigen Zahn, langen schwarzen Haaren, und einem langen Bart, in welchem man sehr gut sehen konnte, was er so in den letzten Tagen gegessen hat. Er meinte der Zug währe was für “f*ckin American Tourists” und ich solle doch lieber mit ihm die Zuggeleise entlang spazieren, da habe ich viel mehr von der schönen Gegend. Obwohl mir sein Erscheinungsbild nicht ganz koscher war, kam ich mit. Und schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus das das eine gute Entscheidung war, denn der Kerl (Peter) war ein großer Liebhaber von Flora und Fauna, zeigte mir alle verschiedenen Pflanzenarten – welche von der Pomms (Engländern) importiert wurden, und welche schon immer hier waren. Er wusste jeden Namen, konnte aller Farnarten unterscheiden und gab sogar ein paar lateinische Bezeichnungen zum Besten geben. Zu jeden Vogellaut konnte er den Namen des Vogels sagen, und mir auch einige zeigen. Höhepunkt war auf jeden Fall als ich mein erste Kangoroo um Busch hüpfen sah, zwar nur sehr kurz, aber immerhin in freier Wildbahn. Wir gingen etwa 2 Stunden durch den Urwald und wurden dann von einer Horde von Blutekeln “überfallen”, die sind zwar nur so lang wie Streichhölzer, aber dafür waren sie überall. In den Socken, auf den Oberschenkeln, und ein besonders ekliges Exemplar hat mir einen Knutschfleck am Hals verpasst. Zum Glück kann man die Dinger schnell mit dem Finger wegschnippen.
3.) One Night in Melbourne
Melbourne ist eine Gourmetmetropole der Extraklasse. Besonders italienisches Essen wird hier oft besser zubereitet als in Italien. Der australische Rotwein ist ja auch schon lange kein Geheimtipp mehr, der rundet das Ganze nämlich noch ab. Gestern hatte ich ein Hühnerschnitzel (das heißt hier auch Schnitzel!!) in Tomatensauce mit frischem Gemüse und Basilikum. Hört sich grässlich an, war aber köstlich! Anschließend ging es in eine Bar, wo ich beim Billardspielen sofort Leute kennen gelernt habe. Man muss nur sagen man ist “from Austria” und Du bist sofort aufgenommen. Die phonetische Ähnlichkeit finden die Aussies nämlich sehr amüsant. Das einzige Problem das ich habe, ist das ich mir jetzt schon einen Aussie Dialekt angewöhnt habe, und die Leute glauben oft ich bin ein Local. Der Dialekt ist übrigens durchaus akzeptabel, aber ich war ja noch nicht am Land (oder im Outback), dort verstehe ich sichern nur Bahnhof (und wahrscheinlich nicht einmal das). Jedenfalls habe ich schnell ein nettes Pärchen kennen gelernt, Matt und Valerie, mit denen ich einige Biere trank (ja, die Mädchen sind hier recht undamenhaft und saufen richtig Bier!). das Lokal selber ist sehr verwinkelt und abwechslungsreich, mit einer Lounge, einem stilvollen Amüsement Bereich, sogar einem Outdoor Bereich im chinesischen Stil, und die Toiletten sind mit russischen Zeitungen tapeziert, so wird einem nicht fad beim pinkeln… Anschließend stiegen wir um auf “Plan B”, so heißt das dazugehörige Lokal im Keller. Was ich nicht wusste—> Donnerstag ist Karaoke. Wir gingen runter, und standen auf einmal auf der Bühne im Rampenlicht, vor uns 20 Leute die uns erwartungsvoll anschauten. Irgendein Rockhit setzte ein, und plötzlich schnappte sich Matt das Micro und beginnt zu singen und zu steppen, und erntet tosenden Applaus vom Publikum – na zum Glück musste ich diesen Part nicht übernehmen, weil ich hätte keinen Applaus bekommen. Karaoke sollten wir vielleicht auch mal machen, ist echt lustig… Anschließend bekam ich noch ein interessantes Beispiel dafür was Alkoholsucht aus Leuten machen kann: Matt und ich standen neben einem Tisch und haben unsere Biere hingestellt. Wir haben noch nicht einmal einen Schluck gemacht, und plötzlich waren beide Gläser die vorher noch randvoll am Tisch standen leer. Wir schauten uns verdutzt an, und suchten den Übeltäter. Am Tisch saß ein kreidebleiches Mädel mit roten Haaren – stockbesoffen, die hat unser Bier offensichtlich auf ex getrunken! Na ja, was sollxs, noch mal ein Bier gekauft, diesmal aber nicht aus der Hand geben. Plötzlich greift die besoffene Göre doch tatsächlich in meine Gesaesstasche, und will mir meine Geldbörse klauen! Sachen gibtxs… Den Rest vom gestrigen Abend will ich euch ersparen, z.B. das ich nicht nach Hause gefunden habe weil es die “Mathourda” Road zwei mal gibt in Melbourne, das ich deshalb auf einer winzigen Couch gepennt habe, Sachen die halt so passieren wenn man im Ausland ist…
Na gut Leute, viel Spaß in Wien (wie kalt ist es jetzt eigentlich:) – und schreibt mir zurück! Über Post von zu Hause freut man sich immer :)
Philipp
PS: Wer mir als erster sagen kann welche 2 Länder im Bier-Verbrauch vor den Aussies liegen, gewinnt ein Schnabeltier!